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DALI Lichtszenarien programmieren – Perfekte Atmosphäre auf Knopfdruck

In Smart-Home-Ausstellungen sehen wir oft dieses Demo: Ein Druck auf den Wandtaster, und das Wohnzimmer wechselt vom hellen Arbeitsmodus in ein sanftes Kinomodus — alle Lichter gleichzeitig, mit Helligkeit, Farbtemperatur und Übergangszeit perfekt eingestellt. Die erste Reaktion der Besucher ist fast immer: „Kann man das auch bei uns zu Hause machen?"

Die Antwort: Ja — und es ist nicht so kompliziert, wie man denkt. Das Kernprinzip der DALI-Szenenprogrammierung ist einfach: Jede Leuchte speichert einen oder mehrere voreingestellte Werte (Helligkeit, Farbtemperatur), und beim Aufrufen der Szene wechseln alle Leuchten gleichzeitig zu ihren jeweiligen Vorgaben. Die eigentliche Herausforderung ist nicht technisch — sondern praktisch: Welche Parameter sollen für welche Leuchten in welchem Raum gelten? Welche Szenenkombinationen sind im Alltag wirklich nützlich? Genau diese Fragen lassen die meisten Produktanleitungen und technischen Dokumentationen unbeantwortet. Dieser Beitrag liefert vollständige Szenenkonfigurationen für drei Räume — Wohnzimmer, Esszimmer und Home-Office — direkt besprechbar mit Ihrem Elektriker oder Integrator.

Gruppe vs. Szene — zwei Begriffe, ein häufiges Missverständnis

Zunächst zwei Konzepte klären, die oft verwechselt werden: Group (Gruppe) und Scene (Szene).

Eine Group ist eine statische Organisation — Sie weisen mehrere Leuchten einer Gruppe zu und steuern sie einheitlich. Wenn Sie z.B. die 6 Deckenspots im Wohnzimmer als „Hauptbeleuchtung" gruppieren, werden alle gleichzeitig heller oder dunkler. Eine Group steuert: „mehrere Leuchten machen gleichzeitig dasselbe."

Eine Scene funktioniert grundlegend anders. In einer Szene kann jede Leuchte einen völlig anderen voreingestellten Wert haben. Dieselben 6 Wohnzimmer-Spots: In der „Lesen"-Szene steht der Spot über dem Sofa vielleicht auf 80 % / 4000 K, während der Spot in der Ecke nur 30 % / 2700 K braucht. Beim Aufrufen der Szene springt jede Leuchte zu ihrem eigenen Wert — manche hell, manche dunkel, manche kaltweiß, manche warmweiß. Ein Knopfdruck, die gesamte Raumbeleuchtung ändert sich.

Kriterium Group (Gruppe) Scene (Szene)
Steuerung Alle Leuchten gleichzeitig gleich Jede Leuchte individuell
Parameter Nur Helligkeit Helligkeit + Farbtemperatur (DT8)
Kapazität 16 Gruppen (0–15) 16 Szenen (0–15)
Zweck „Welche Leuchten bewegen sich zusammen?" „Wohin bewegt sich jede einzelne?"

Das DALI-Protokoll unterstützt 16 Szenennummern (Scene 0–15) und 16 Gruppen (Group 0–15). Pro DALI-Bus maximal 64 Geräteadressen, jede Adresse kann mehreren Gruppen angehören. Für eine typische Wohnungsinstallation reicht diese Kapazität mehr als aus.

Wohnzimmer: 4 Szenenkonfigurationen

Das Wohnzimmer ist der am häufigsten genutzte und funktional vielfältigste Raum. Konfiguration: 6 × 24V DT8 LED Spots (2200K–6500K Tunable White), Raumhöhe 2,7 m, ca. 30 m².

Szene 1: Alltag

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Deckenspots × 4 70 % 3500 K 3 s
Spot über Sofa × 1 60 % 3000 K 3 s
Ecken-Spot × 1 40 % 2200 K 3 s

Für den Alltag — Gespräche, Fernsehen, Smartphone. Gesamtton neutral-warm, hell genug für Details, aber nicht blendend. Die Sofazone ist etwas gedimmter, die Ecke dient als Zusatz-Ambiente.

Szene 2: Kino

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Deckenspots × 4 10 % 3000 K 8 s
Spot über Sofa × 1 5 % 2200 K 8 s
Ecken-Spot × 1 15 % 2200 K 8 s

8 Sekunden Übergang lassen die Augen sich natürlich anpassen. Deckenleuchten auf Minimum, nur ein schwaches warmes Licht in der Ecke als Raumbezug — stört den Bildschirm nicht, aber man sieht den Boden beim Aufstehen.

Szene 3: Feier

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Deckenspots × 4 50 % 3000 K 2 s
Spot über Sofa × 1 40 % 2200 K 2 s
Ecken-Spot × 1 60 % 2200 K 2 s

Gesamtton warm, mittlere Helligkeit, mehr „Wärmegefühl" als der Alltagsmodus. 2 Sekunden schneller Wechsel für spontane Stimmungswechsel mitten im Geschehen.

Szene 4: Nachtlicht

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Deckenspots × 4 0 % 10 s
Spot über Sofa × 1 3 % 2200 K 10 s
Ecken-Spot × 1 5 % 2200 K 10 s

Für nächtliche Wege oder Kinderzimmer-Checks. 2200 K extremwarm unterdrückt Melatonin nicht und weckt nicht vollständig. 10 Sekunden langsames Fade vermeidet plötzliches Aufleuchten.

Esszimmer: 3 Szenenkonfigurationen

Das Esszimmer hat eine klarere Funktion, aber die Beleuchtung beeinflusst das Esserlebnis erheblich. Konfiguration: 4 × 24V DT8 LED Spots über dem Tisch (2200K–6500K), Pendelhöhe ca. 70 cm über der Tischplatte.

Szene 1: Essen

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Tisch-Spots × 4 75 % 3000 K 3 s

3000 K ist der Branchenstandard für Restaurants — warmweißes Licht lässt Speisen appetitlicher wirken. Ausreichend hell für Tischdetails, ohne harte Schatten.

Szene 2: Romantik

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Tisch-Spots × 4 30 % 2700 K 8 s

Für ein Abendessen zu zweit oder besondere Anlässe. 30 % bei 2700 K ergänzt Kerzenlicht auf natürliche Weise. 8 Sekunden Übergang für eine sanfte Stimmungsänderung.

Szene 3: Reinigung

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Tisch-Spots × 4 100 % 4000 K 2 s

Beim Abwischen oder Aufräumen: maximale Helligkeit und kühles Weiß für volle Detailübersicht.

Home-Office: 3 Szenen — wo DT8 Farbtemperatur seinen Wert zeigt

Das Home-Office ist der Raum, in dem die DT8-Farbtemperatursteuerung ihren größten Mehrwert liefert. Im selben Raum wechseln Sie zwischen verschiedenen Arbeitsmodi — tiefe Konzentration, Videokonferenz, kurze Pause. Konfiguration: 4 × 24V DT8 LED Spots (Schreibtischarm, 2200K–6500K).

Szene 1: Konzentration

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Schreibtisch-Spots × 4 85 % 4000 K 3 s

Für tiefe Arbeit, Lesen, Datenanalyse. 4000 K kühles Weiß fördert Wachsamkeit und Konzentration[1]. 85 % Helligkeit für klare Schreibtischdetails.

Szene 2: Videokonferenz

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Schreibtisch-Spots × 4 70 % 3500 K 2 s

Gesicht hell genug für den Gesprächspartner, aber nicht zu „kalt" für ein natürliches Erscheinungsbild. 3500 K als Kompromiss — heller als rein warmweiß, natürlicher als rein kaltweiß.

Szene 3: Pause

Leuchtengruppe Helligkeit Farbtemperatur Übergang
Schreibtisch-Spots × 4 30 % 2700 K 8 s

Kurze Pause — Kaffee, Smartphone. 30 % / 2700 K signalisiert dem Körper: Entspannen. Der 8-Sekunden-Fade selbst ist bereits ein Entspannungssignal.

DT6 vs. DT8 in der Szenenprogrammierung: Ein DT6-Controller speichert nur Helligkeitswerte — die Farbtemperatur bleibt in allen Szenen gleich (werkseitig fixiert). Ein DT8-Controller speichert gleichzeitig Helligkeit und Farbtemperatur — dieselbe Leuchtengruppe gibt in „Konzentration" 4000 K kaltweiß und in „Pause" 2700 K warmweiß ab. Wenn Sie im Home-Office die Farbtemperatur an den Arbeitsmodus anpassen möchten, ist DT8 die richtige Wahl — entdecken Sie die TILLUME 24V DT8 Tunable-White-LED-Spots mit vollständigem Farbtemperaturbereich. Mehr zu DT8 in Artikel D2-03 dieser Serie.

Auslösemethoden — mehr als nur einen Knopf drücken

Szenen sind programmiert — aber wie werden sie ausgelöst? Die Flexibilität von DALI zeigt sich auch hier: Dieselbe Szene kann auf verschiedene Arten getriggert werden:

Auslöseart Anwendung Beispiel
DALI-Taster Feste Wandbedienung 4-Taster im Wohnzimmer, jeder für eine Szene
KNX-Touchpanel Ganzhaus-Integration „Kino"-Szene schließt gleichzeitig Rollläden
Smartphone-App Fern- oder situationsgesteuert Szene aus der Ferne schalten
Zeitschaltuhr Automatisierung 22:00 → Nachtlicht automatisch
Bewegungsmelder Automatische Reaktion Nachts Bewegung → Nachtlicht 15 Min., dann aus

In DACH-Wohngebäuden ist die häufigste Kombination KNX-Touchpanel + DALI-Szenen — KNX übernimmt die Logik und Automation, DALI die präzise Lichtsteuerung. Beide Systeme kommunizieren über ein KNX-DALI-Gateway. Details zur Konfiguration finden Sie in Artikel D2-06 dieser Serie.

Szenen programmieren: Zwei Wege in der Praxis

Die vorherigen Tabellen liefern die Szenenparameter — doch wie schreibt man diese tatsächlich in die Leuchten? Hierarcharch sind zwei bewährte Vorgehensweisen: Pfad A über KNX + MDT DALI Gateway (für ganzheitliche Smart-Home-Projekte), Pfad B über Lunatone DALI Cockpit (für reine Beleuchtungsprojekte ohne KNX). Im Folgenden erklären wir beide Wege Schritt für Schritt.

Pfad A: Über KNX + MDT DALI Gateway (ETS/DCA)[4]

Eignung: Gebäude mit bestehendem oder geplantem KNX-Ganzhausautomationssystem, bei denen die Beleuchtung mit anderen Gewerken (Rollläden, HLK, Sicherheit) verknüpft werden soll.

Voraussetzungen: MDT DALI Control 64 Gateway (SCN-DA641.04), DALI-Bus (DALI DT8 LED Controller + LED-Spots), KNX-Bus + ETS-Programmiersoftware (mit MDT .knxprod-Datenbank).

A1 — MDT-Produktdatenbank in ETS laden

Importieren Sie die MDT SCN-DA641.04 .knxprod-Datei in die ETS und registrieren Sie das Gateway in Ihrem KNX-Projekt. Jeder Kanal des MDT Gateways unterstützt 64 DALI-Adressen — ausreichend für alle Leuchten einer typischen Etage.

A2 — DALI-Kanäle und Geräteadressen konfigurieren

Öffnen Sie die Seite „Inbetriebnahme" der MDT DCA. Die Oberfläche gliedert sich in drei Bereiche: links der Gruppenkonfigurationsbaum, in der Mitte die EVG-Konfigurationstabelle, rechts die Liste der nicht identifizierten Geräte (erscheint nach Online-Verbindung).

Schritt 1 — EVG-Nummern und -Namen planen: Doppelklicken Sie im Beschreibungsfeld der EVG-Konfigurationstabelle, um einen beschreibenden Namen zu vergeben (max. 30 Zeichen), z.B. Decke Wohn 01, Sofa Wohn 01. Diese Namen synchronisieren sich automatisch in die ETS-Kommunikationsobjektbeschreibungen.

Schritt 2 — Gruppen erstellen: Erstellen Sie DALI-Gruppen im linken Gruppenbaum, z.B. Gruppe 0 (Wohnzimmer-Deckenspots), Gruppe 1 (Sofa-Bereich-Spots). Ein Rechtsklick auf eine Gruppe im Baum öffnet ein Kontextmenü, über das Sie z.B. alle Leuchten gleichzeitig ein- oder ausschalten können.

Schritt 3 — Geräte adressieren und identifizieren: Klicken Sie auf „Neuinstallation". Das Gateway scannt automatisch alle nicht adressierten Leuchten am DALI-Bus und weist Kurzadressen (Short Address 0–63) zu. Der Scan dauert bis zu ca. 3 Minuten, Fortschritt und Gerätezahl werden unten rechts angezeigt. Nach dem Scan erscheinen alle gefundenen Leuchten rechts in der Liste. Jetzt: Leuchte auswählen → Rechtsklick → „Ein/Aus" wählen — die Leuchte blinkt, damit Sie sie dem Installationsort zuordnen können. Alternativ aktivieren Sie „Automatisch Blinken An", um das Blinken bei jeder Auswahl automatisch zu starten.

Schritt 4 — Drag & Drop: Leuchte einer Gruppe zuweisen: Identifizierte Leuchten per Drag & Drop aus der rechten Liste in die entsprechende Zeile der mittleren EVG-Konfigurationstabelle ziehen. Gleichzeitig in die gewünschte Gruppe auf der linken Seite ziehen — die Gruppennummer erscheint automatisch im Feld „Gruppen Nr." der EVG-Tabelle. Sobald ein EVG der Tabelle zugewiesen wurde, zeigt das Flag „PLAN" den Zustand an. Nach dem Programmieren erscheint „OK" als Bestätigung.

MDT DCA Nachinstallation Popup

A-02a: Nachinstallation — Optionen zum Beibehalten vorhandener EVG oder Löschen extern vergebener Kurzadressen

MDT DCA Automatische Gruppenzuweisung

A-02b: Automatische Gruppenzuweisung — Leuchten direkt beim Nachinstallieren einer bestimmten Gruppe zuordnen

MDT DCA Gruppenbaum Kontextmenü

A-02c-1: Kontextmenü auf Gruppenebene — Broadcast-Steuerbefehle (Alle ein/aus) für die gesamte Gruppe

MDT DCA EVG Baum Kontextmenü

A-02c-3: EVG-Kontextmenü — Leuchte ein-/ausschalten und blinken zur Identifizierung

MDT DCA EVG Zuordnung PLAN Status

A-02d: EVG-Zuordnung in der Konfigurationstabelle — „PLAN" zeigt Zuordnung an, „OK" nach erfolgreicher Programmierung

Wichtig: Alle bisherigen Schritte sind nur eine Planung in der DCA-Oberfläche — es wurde noch nichts ins Gateway geschrieben. Erst der Klick auf „Programmieren" schreibt die Konfiguration tatsächlich in die Geräte. Für die erste Programmierung muss ETS über den KNX-Bus mit der physikalischen Adresse des Gateways verbunden sein.

Vorteil der 24V-Konstantspannung: Mit einer TILLUME 24V DALI-Lösung steuert ein Controller eine Gruppe von Leuchten mit einer gemeinsamen DALI-Adresse. Für 6 Wohnzimmer-Spots genügen 2–3 DALI-Adressen statt 6.

A3 — Szenenparameter in der DCA konfigurieren

Öffnen Sie in der MDT DCA das Modul „Szenen":

  • Szenennummer wählen (Szene 1–16) und einen Namen vergeben (max. 20 Zeichen)
  • Per Drag & Drop die gewünschten Gruppen aus dem rechten Baum in das Szenenfenster ziehen
  • Für jede Gruppe die Szenenparameter einstellen:
    • Wert: Ziehelligkeit (0–100 %, per Dropdown auswählen)
    • Farbe: Zielfarbtemperatur (Colour Picker öffnet sich, unterstützt Farbtemperatur/RGB/XY-Modus)
    • Andimmzeit: Übergangszeit in Sekunden — bezieht sich auf den vollständigen Wertebereich: 30 s bedeutet 0→100 % in 30 s; eine tatsächliche Änderung um 50 % dauert nur 15 s
    • Optional: „Wert beibehalten" oder „Farbe beibehalten" aktivieren
MDT DCA Szenen Hauptansicht

A-03: Szenenmodul in der MDT DCA — links Szenenauswahl, rechts Gruppenbaum, Mitte Szenenfenster

MDT DCA Szenenwerte einstellen

A-04: Szenenwerte pro Gruppe — „Wert" (Helligkeit 0–100 %) und „Farbe" (Farbtemperatur/RGB) einstellen

MDT DCA Farbtemperatur Colour Picker

A-05: Colour Picker für Farbtemperatur (Tc-Modus) — Farbtemperatur direkt auswählen und in die Szene übernehmen

MDT DCA RGB/HSV Colour Picker

A-06: Colour Picker für RGB/HSV-Modus — bei DT8-RGB-Leuchten Farbe direkt per Pipette oder Schieberegler wählen

A4 — Szenen in DALI-Geräte programmieren

Nach Abschluss aller Parametereinstellungen klicken Sie auf die Schaltfläche „Programmieren" oben rechts in der DCA. ETS sendet alle Szenenparameter über den KNX-Bus an das Gateway, das sie dann über den DALI-Bus in den lokalen Speicher jeder Leuchte schreibt.

MDT DCA Programmieren Taste und Fortschrittsbalken

A-07: „Programmieren" — alle Einstellungen werden ins Gateway und in die EVGs geschrieben; Fortschritt wird angezeigt

Tipp: Die Szenenplanung kann komplett offline erfolgen — alle Szenen lassen sich in ETS entwerfen, ohne dass DALI-Geräte angeschlossen sind. Nur für den Programmiervorgang muss das Gateway online sein.

A5 — KNX-Seite: Szenen-Auslöseobjekte binden

Erstellen Sie in der ETS für jede Szene eine KNX-Gruppenadresse (z.B. GA Beleuchtung/Wohnzimmer/Szene 1), Typ DPT 18.001 (8 Bit Scene)[3], und binden Sie diese an das Kommunikationsobjekt „Szene Aktivieren/Lernen" des MDT Gateways:

  • Wert 0 = Szene 1, Wert 1 = Szene 2, … Wert 15 = Szene 16
  • Wert 128 = Szene 1 lernen, Wert 129 = Szene 2 lernen, …

Binden Sie anschließend KNX-Touchpanel-Tasten, Zeitschaltuhren oder Logikmodule an diese Gruppenadressen — z.B. sendet die „Kino"-Taste Wert 1 und löst gleichzeitig die Rollladensteuerung aus.

A6 — Testen und Feinjustieren

Die MDT DCA bietet zwei Testfunktionen: Ein Rechtsklick auf eine einzelne Zeile im Szenenfenster sendet den Helligkeits-/Farbbefehl dieser Gruppe in Echtzeit zur Vorschau. Nach der vollständigen Programmierung steht die Schaltfläche „Test" zur Verfügung, die die gesamte Szene aktiviert und ausführt.

MDT DCA Szenen Test

A-08: „Test" — nach der Programmierung aktiviert diese Schaltfläche die gesamte Szene zur Überprüfung vor Ort

Pfad B: Über Lunatone DALI Cockpit (reines DALI-System)[5]

Eignung: Reine Beleuchtungsprojekte ohne KNX-Ganzhausintegration. Szenen werden über DALI-Taster direkt ausgelöst — kein KNX-Gateway erforderlich.

Voraussetzungen: PC (Windows 7/10), USB-DALI-Interface (z.B. Lunatone DALI USB), DALI-Bus (DALI DT8 LED Controller + LED-Spots), DALI Cockpit Software (kostenlos von Lunatone, Registrierung erforderlich).

B1 — DALI-Bus verbinden

USB-DALI-Interface an PC und DALI-Bus anschließen. DALI Cockpit öffnen, über das Menü „Datei" das Interface auswählen und verbinden. Nach erfolgreicher Verbindung zeigt die Toolbar den DALI-Bus-Status an.

B2 — Geräte adressieren

Über „DALI Bus → DALI Adressierung" Kurzadressen zuweisen. Zwei Modi:

  • Zufallsadressierung: Software weist automatisch freie Kurzadressen zu
  • Manuelle Adressierung: Über „Physical Selection" einzelne Geräte ansteuern und Adresse zuweisen

B3 — Gerätegruppen erstellen

Über „DALI Bus → Gruppenmanagement" DALI-Gruppen anlegen. Leuchten per Drag & Drop aus der Geräteliste in die entsprechende Gruppe ziehen, z.B. Gruppe 0 (Wohnzimmer-Deckenspots) → 4 Deckenspots hinziehen. Hinweis: Gruppenänderungen müssen im Online-Modus durchgeführt werden.

B4 — Szenen pro Gerät konfigurieren

Gerät in der Geräteliste auswählen → Detailseite öffnen → Tab „Szenen":

  • Szenennummer wählen (Scene 0–15)
  • Helligkeit einstellen (Schieberegler 0–100 %)
  • Bei DT8-Geräten: Farbparameter (RGB / Farbtemperatur / XY je nach Gerätetyp)
  • Szene aktivieren/deaktivieren (deaktivierte Szenen auf MASK setzen — Gerät reagiert dann nicht beim Szenenaufruf)
  • „Speichern" klicken, um die Konfiguration in die Leuchte zu schreiben

B5 — Szenen-Konfigurator für mehrere Geräte gleichzeitig

Wenn dieselbe Szene für mehrere Leuchten gleichzeitig konfiguriert werden soll, ist der Szenen-Konfigurator effizienter:

  • Öffnen über „DALI Bus → Szenen Konfiguration…"
  • Adressbereich wählen: Broadcast (alle Geräte), Gruppe (alle in einer bestimmten Gruppe), Einzeladresse (ein Gerät)
  • Szenennummer (0–15) und Szenentyp (Helligkeit / DT8-Farbe) wählen
  • Parameter einstellen — auf der rechten Seite Live-Vorschau
  • „Store Scene" für eine Szene, „Store All" für alle 16 Szenen gleichzeitig
  • Konfiguration als .xml speichern und in anderen Projekten wiederverwenden

B6 — DALI-Taster binden

DALI-Taster-Physische-Tasten den Szenennummern zuweisen. Nach der Konfiguration löst der Wandtaster die Szene direkt aus — kein KNX-Gerät erforderlich.

B7 — Testen und Feinjustieren

Im Bereich „Steuerung" der Gerätedetailseite können Ein/Aus/Min-Direktbefehle zum Testen einzelner Leuchten gesendet werden. Über „DALI Bus → DALI Befehle" lassen sich beliebige DALI-Befehle (inkl. Szenenaufruf) an eine bestimmte Adresse senden.

Die zwei Wege im Vergleich

Kriterium Pfad A: KNX + MDT Gateway Pfad B: Lunatone DALI Cockpit
Eignung Ganzhaus KNX (Beleuchtung + Rollläden + HLK + Sicherheit) Nur Beleuchtung, keine KNX-Integration geplant
Software ETS + MDT DCA Lunatone DALI Cockpit (kostenlos)
Szenenspeicherort Lokaler Speicher der DALI-Leuchte (über Gateway geschrieben) Lokaler Speicher der DALI-Leuchte
Systemübergreifende Verknüpfung ✅ Ja (Szene kann Rollläden, HLK gleichzeitig steuern) ❌ Nein
Timer / Logik ✅ ETS-Logikmodule ❌ Nur DALI-Taster-Auslösung
Kosten Höher (KNX + Gateway + ETS-Lizenz) Niedriger (USB-Interface + kostenlose Software)
Empfohlen für Neubau, EFH/Villa, Ganzhausautomation Sanierung, Einzelraum-Beleuchtung

Unabhängig vom gewählten Weg werden Szenenparameter immer im lokalen Speicher jeder Leuchte abgelegt. Das bedeutet: Auch nach Stromausfall und Neustart des Gateways oder der Steuerung gehen Szenendaten nicht verloren. Mehr zur Kombination von KNX und DALI finden Sie in Artikel D2-06 dieser Serie.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer DALI-Szene und einer Gruppe?+
Eine Group ist eine statische Organisation — Leuchten werden zusammengefasst und gleichgesteuert (alle gleichzeitig heller oder dunkler). Eine Scene ist eine dynamische Konfiguration — jede Leuchte kann in derselben Szene unterschiedliche Vorgaben haben (Helligkeit, Farbtemperatur). Kurz gesagt: Group = „welche Leuchten bewegen sich zusammen?", Scene = „wohin bewegt sich jede einzelne?"
Wie viele Szenen kann ein DALI-System speichern?+
Auf Protokollebene: 16 Szenennummern (0–15) und 16 Gruppen (0–15) pro Gerät. Über KNX-Integration können deutlich mehr „logische Szenen" entstehen — KNX kann mehrere DALI-Befehle zu einer Aktion kombinieren (z.B. DALI-Szene 1 + Rollladen fahren + Heizung umschalten).
Kann ein DT6-Controller Szenen programmieren?+
Ja. DT6-Controller unterstützen 16 Szenenspeicher mit Helligkeitswerten. Der Unterschied: DT6 speichert nur Helligkeit, nicht Farbtemperatur. Bei festfarbigen LED-Spots (z.B. TILLUME 2850K) reicht das vollständig aus. Für Farbtemperaturwechsel innerhalb einer Szene (z.B. „Konzentration" 4000 K / „Pause" 2700 K) wird ein DT8-Controller mit Tunable-White-Spots benötigt.
Wie lang sollte die Übergangszeit (Fade Time) sein?+
Schnell (2–3 s) für funktionale Wechsel (Essen → Reinigung). Mittel (5–8 s) für Stimmungswechsel (Alltag → Kino). Langsam (10–15 s) für Wake-up-Licht oder Nachtlicht. Empfehlung: Bei der Inbetriebnahme verschiedene Zeiten ausprobieren und den komfortabelsten Wert wählen.
Kann ich die Szenenprogrammierung selbst durchführen?+
Technisch ja — mit DALI-Software können Adressen und Szenen von jedem eingestellt werden. In der Praxis wird die Szenenprogrammierung meist zusammen mit KNX-Integration, Adressplanung und Systemabnahme durchgeführt. Empfehlung: Einen Elektriker oder Integrator mit DALI-Erfahrung beauftragen. Was Sie vorab planen können: Welche Szenen und Parameter für welche Räume — genau das haben die Tabellen in diesem Artikel geliefert.

[1] NIH – Blue Light and Sleep — Einfluss von Farbtemperatur auf Wachsamkeit und circadiane Rhythmik
[3] KNX Association – Datapoint Types (DPT 18.001)
[4] MDT Technisches Handbuch DALI Control 64 Gateway (PDF)
[5] Lunatone – DALI Cockpit

Mit den richtigen Controllern und einer durchdachten Szenenplanung wird die Lichtsteuerung vom Technikdetail zum täglichen Komfort.

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