Was dieser Artikel bei der Planung klärt
- Wie Zonen, Leuchtenanzahl, DT8-Steuerkanäle und die gesamte 24V-Last berechnet werden.
- Wie Sie zwischen verteilten DALI-Controllern, DIN-Schienen-Netzteilen und integrierten Geräten wählen.
- Welche DALI-Busregeln, Adressgruppen und Abnahmetests in Wohnprojekten wichtig sind.
- Wie eine praktische Stückliste für TILLUME 24V LED-Spots, DALI-DT8-Controller und Netzteile entsteht.
Nach der Smart-Home-Konzeptplanung steht die Grundarchitektur fest: KNX übernimmt die Gebäudeautomation, die Lichtsteuerung läuft über ein KNX-DALI-Gateway. Der Wechsel von KNX-LED-Aktoren zu KNX + DALI hat einen einfachen Grund: Für DALI gibt es deutlich mehr Dimmer und Controller verschiedener Hersteller. Das reduziert die Abhängigkeit von einzelnen KNX-Aktor-Lieferanten und macht spätere Ersatzbeschaffungen einfacher. Jetzt geht es um die Beleuchtungsplanung: Wie viele Leuchten pro Zone? Welche Steuerungslogik? Welche Leuchtmittel? Eine grobe Skizze liegt vor. Was fehlt, ist der Elektroplan: DALI-Controller, Netzteile, Busverkabelung und Adresszuweisung. Ohne Komponentenliste bleibt das Projekt stehen.
Dieser Beitrag geht den Planungs- und Inbetriebnahmeprozess an einem realistischen Projekt durch: ein deutsches Einfamilienhaus im Erdgeschoss mit offenem Grundriss, ca. 65 m² Fläche. Der Bereich besteht aus Wohnzimmer (35 m²), Wohn- und Barbereich (15 m²) und Küche (15 m²). Geplant sind 34 DT8-Leuchten (18 Spots im Wohnzimmer, 5 am Esstisch, 8 in der Küche, 3 Pendelleuchten an der Bar) sowie 2 × 5 m Tunable-White-LED-Streifen als Akzentbeleuchtung im Wohnzimmer. Alles hängt an einem DALI-Bus, gesteuert über TILLUME 24V-Konstantspannungs-DALI-Controller und eingebunden über ein KNX-DALI-Gateway. Das ist kein Installationshandbuch. Es zeigt aber, welche Komponenten benötigt werden, welche Spezifikationen vor der Bestellung feststehen müssen, welche Verkabelungsregeln gelten und was bei der Übergabe geprüft werden sollte.
Die DALI-2 Ratgeber-Serie zur Lichtsteuerung
Starten Sie hier, wenn Sie eine DALI-2 Lichtsteuerung für ein Wohnhaus, eine Sanierung oder ein KNX-Projekt planen. Die Serie führt von den praktischen Vorteilen im Alltag über DT6-Dimmen, DT8 Tunable White, Szenen, D4i und KNX bis zur konkreten Systemplanung.
Eine praktische Einführung aus Sicht von Hausbesitzern: Komfort, Dimmen, Tunable White, Szenen und KNX. D2-02. DALI DT6 Dimmen
Warum digitales 1-100%-Dimmen anders wirkt als ein klassischer Phasenabschnittdimmer. D2-03. DALI DT8 Tunable White
Farbtemperatursteuerung für Tageslichtsimulation, Komfortszenen und unterschiedliche Tageszeiten planen. D2-04. DALI Lichtszenen programmieren
Praktische Szenen für Wohnzimmer, Küche, Flur, Abendroutine und Nachtlicht einrichten. D2-05. D4i und intelligente Lichtdaten
Wie D4i Energie-, Status- und Wartungsdaten in professionelle Lichtsysteme bringt. D2-06. DALI und KNX kombinieren
Wie DALI-Lichtsteuerung und KNX-Gebäudeautomation über Gateways zusammenarbeiten.
Controller, Netzteile, Komponenten und Verkabelung für ein zuverlässiges DALI-2 System auswählen.
Anforderungsanalyse: Erst rechnen, dann kaufen
Am Anfang steht nicht der Produktkatalog. Zuerst werden Leuchtenanzahl, Zonen und Lasten aus dem Grundriss abgeleitet. Danach lassen sich drei Kernfragen sauber beantworten. Dieser Abschnitt zeigt die Ableitung am Beispielprojekt.
Schritt 1: Zonenflächen und Sollluxwerte festlegen
Die Berechnung der Leuchtenanzahl basiert auf der DIN 5035-3 Wohnbeleuchtungsnorm:
| Zone | Fläche | Sollbeleuchtungsstärke (nach DIN 5035-3) |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 35 m² | 150 lx (allgemeine Tätigkeit) |
| Essbereich (Essen + Bar) | 15 m² | 150 lx (Ess-Szenario) |
| Küche | 15 m² | 300 lx (Arbeitsflächen) |
Schritt 2: Benötigte Leuchtenanzahl berechnen
Formel: Benötigte Menge = Solllux (lx) × Fläche (m²) ÷ (Lichtstrom der Leuchte × Nutzungsfaktor × Wartungsfaktor)
Parameter:
- Lichtstrom der Leuchte (Messwerte, aus dem TILLUME LED-Spot Master CRI95 Integrating-Sphere-Testbericht — vgl. Produktdatenblatt):
| Farbtemperatur | Gemessener Lichtstrom |
|---|---|
| 2200 K (warm) | 500 lm |
| 4000 K (hauptsächlicher Tagbetrieb) | 720 lm |
| 6500 K (kalt) | 800 lm |
Für die Planung wird 4000 K als praxisnaher Referenzpunkt verwendet, weil dieser Wert im Tagesbetrieb am häufigsten vorkommt. Bei gemischten Farbtemperaturen ändert sich der tatsächliche Lichtstrom je nach Mischverhältnis.
- Nutzungsfaktor: 0,5 (Diffusionsverluste durch Abstrahlwinkel + Absorption durch Wände/Möbel)
- Wartungsfaktor: 0,8 (Spielraum für 5 Jahre Lichtstromrückgang)
- Effektiver Fluss bei 4000 K: 720 × 0,5 × 0,8 = 288 lm/Stück
| Zone | Fläche | Soll-Lux | Theoretische Menge (4000K) | Praktische Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Wohnzimmer | 35 m² | 150 lx | 35×150÷288 = 18,2 Stück | 18 Stück (+ Streifen für kombinierte Beleuchtung) |
| Essbereich | 15 m² | 150 lx | 15×150÷288 = 7,8 Stück | 5 Stück (+ Pendelleuchten als Ergänzung) |
| Küche | 15 m² | 300 lx | 15×300÷288 = 15,6 Stück | 8 Stück (Unterschrank-Streifen als Zusatz) |
Schritt 3: Drei Kernfragen beantworten
Frage 1: Wie viele DALI-Steuerkanäle werden benötigt?
Jede Gruppe von Leuchten, die in unabhängiger Helligkeit oder Farbtemperatur gesteuert werden soll, benötigt einen eigenen DALI-Steuerkanal. Die Zonen dieses Projekts haben unterschiedliche Steuerungsanforderungen:
- Wohnzimmer: 18 × DT8-Spots (144 W, >120 W/Controller) → 2 × DT8-Kanäle (9 Spots pro Kanal); 2 × LED-Streifen (5 m / 120 W je) unabhängig gesteuert → 2 × DT8-Kanäle (ein Streifen pro Kanal)
- Essbereich: 5 × DT8-Spots → einheitliche Farbtemperatur + Dimmen → 1 × DT8-Kanal
- Barbereich: 3 × DT8-Pendelleuchten → einheitliche Farbtemperatur + Dimmen → 1 × DT8-Kanal
- Küche: 8 × DT8-Spots → einheitliche Farbtemperatur + Dimmen → 1 × DT8-Kanal
Ergebnis: mindestens 7 DALI-Steuerkanäle (7 × DT8).
Frage 2: DT6 oder DT8?
Die Regel ist einfach: Sobald eine Farbtemperaturverstellung zwischen Warmweiß und Kaltweiß gewünscht ist, braucht die Zone DT8. Wenn nur gedimmt werden soll, reicht DT6. In diesem Projekt möchte der Eigentümer Tunable White in allen Bereichen. Wohnzimmer, Esstisch, Bar und Küche laufen daher über DT8. Das ist vor allem im offenen Grundriss sinnvoll: Wenn Wohnzimmer und Küche sichtbar ineinander übergehen, wirken unterschiedliche Farbtemperaturen schnell unruhig.
Frage 3: Wie hoch ist die Gesamtleistung?
Die Berechnung der Nenn-Gesamtleistung dient der Auslegung des Netzteils:
| Position | 8W-Version | 6W-Version |
|---|---|---|
| Wohnzimmer DT8-Spots × 18 | 144 W | 108 W |
| Essbereich DT8-Spots × 5 | 40 W | 30 W |
| Bar DT8-Pendelleuchten × 3 (Leuchtmittel separat) | 24 W | 18 W |
| Küche DT8-Spots × 8 | 64 W | 48 W |
| Wohnzimmer LED-Streifen × 10 m | 150 W | 150 W |
| Gesamt | 422 W | 354 W |
8W oder 6W je nach Beleuchtungsstärke-Anforderungen wählen. Die 8W-Version bietet höhere Helligkeit und mehr Leistungsspielraum; die 6W-Version hat geringeren Gesamtstromverbrauch und weniger Wärmeentwicklung. Dieses Projekt nutzt die 8W-Version als Basis für die Netzteilberechnung; die 6W-Version dient als Referenz.
Stromversorgungsarchitektur: Externes Netzteil oder integriertes Gerät?
Für die Steuerungsebene eines DALI-Beleuchtungssystems gibt es zwei gängige Ansätze:
Variante A: DALI-Controller + externes Netzteil
Der Controller übernimmt DALI-Dimmung und Farbtemperatursteuerung, das Netzteil wird separat gewählt. In diesem Projekt werden drei 170W-Schaltnetzteile zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten montiert. Von dort laufen 24V-Leitungen zu den Zonknotenpunkten. Die sieben DALI-DT8-Controller sitzen verteilt in den jeweiligen Bereichen, zum Beispiel in Aufputz- oder Verteilerdosen, und versorgen die LED-Lasten über kurze Ausgangsleitungen. Der DALI-Bus läuft als eigene 2-adrige Steuerleitung zurück zum KNX-DALI-Gateway im Verteilerkasten.
Vorteile Variante A: Defekter Controller wird unabhängig ersetzt; defektes Netzteil wird unabhängig ersetzt.
Nachteile: aufwändigere Verkabelung; Kabelverluste müssen berücksichtigt werden.
Für dieses Projekt werden die TILLUME CCT DALI LED-Controller (C22-Serie) gewählt — insgesamt 7 Stück, verteilt an den Zonstandorten:
- Wohnzimmer-Spots (18 × DT8, 144 W): 2 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller (9 Spots je, ≤120 W/Kanal)
- Wohnzimmer-Streifen (2 × 5 m, 2 × 75 W): 2 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller (1 Kanal je Streifen)
- Essbereich (5 × DT8-Spots, 40 W): 1 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller
- Barbereich (3 × DT8-Pendelleuchten, 24 W): 1 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller
- Küche (8 × DT8-Spots, 64 W): 1 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller
Variante B: AC/DC integriertes Netzteil
Bei dieser Variante sitzen Netzteil und Controller in einem Gerät. Das vereinfacht die Verkabelung, hat aber einen klaren Nachteil: Fällt Netzteil oder Controller aus, wird die komplette Einheit ersetzt. Dieses Projekt bleibt deshalb bei Variante A. Die 170W-Netzteile sitzen zentral auf der DIN-Schiene und bieten mehr Leistungsreserve; die Controller liegen nah an den Zonen. Ein defekter Controller betrifft nur seine Zone, ein defektes Netzteil lässt sich separat tauschen.
| Variante | A: DALI-Controller + externes Netzteil | B: AC/DC integriertes Netzteil |
|---|---|---|
| Vorteile | Unabhängige Wartung (Controller oder Netzteil einzeln ersetzbar); Netzteile zentral im Schrank, größerer Spielraum | Einfachere Verkabelung: integriertes Gerät, weniger Stromkabel |
| Nachteile | Aufwändigere Verkabelung; Kabelverluste müssen bewertet werden | Controller- oder Netzteil-Ausfall erfordert Ersatz der gesamten Einheit |
| Geeignet für | Projekte, die langfristige Wartungsfreundlichkeit priorisieren | Projekte mit weniger Leuchten und begrenztem Verkabelungsraum |
Netzteil-Berechnung: Leistung, Wirkungsgrad und Spielraum
Die Kernregel: Nennleistung × 1,2 (+20 % Spielraum) ≤ Nennleistung Netzteil.
Warum 20 % Spielraum? LED-Leuchten ziehen beim Einschalten einen höheren Einschaltstrom als im stationären Betrieb, und ein Netzteil, das dauerhaft nahe seiner Nennleistung läuft, erzeugt mehr Wärme und hat eine kürzere Lebensdauer. Der Spielraum schafft auch Platz für künftige Erweiterungen.
Für die Gesamtleistung dieses Projekts von 422 W (8W-Version):
- Mit Spielraum: 422 W × 1,2 = 506,4 W
- Empfohlenes Netzteil: 3 × 170 W (gesamt 510 W)
Auswahlergebnis: TILLUME 24V-Konstantspannungs-DIN-Schienen-Schaltnetzteil (Modell: HDR-170-24, 170 W × 3 Stück). Das Netzteil nutzt aktuelle GaN-Technologie (Gallium Nitride), kommt in einer kompakten 4 TE (70 mm) Bauform und erreicht einen Wirkungsgrad von ≥94%. Die drei Geräte sitzen zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten und liefern 24V zu den DALI-DT8-Controllern in den Zonen. Mit 510 W Gesamtkapazität liegt die Auslastung bei 422 W ÷ 510 W = 82,7 %. Damit bleibt Reserve für Einschaltstrom, Wärme und kleinere spätere Erweiterungen.
DALI-Bus Verkabelung: Regeln und Stolperfallen
Der DALI-Bus ist flexibler als KNX. Trotzdem gibt es ein paar Regeln, die vor der Installation feststehen sollten.
Kernregeln für die DALI-Busverkabelung
- Leiterquerschnitt: Nur 2-adriges Kabel nötig (keine Abschirmung), identisch mit normaler Beleuchtungsverdrahtung. Der DALI-Bus ist ein Niedervolt-Bus (16 V DC), mit weniger strengen Verkabelungsanforderungen als KNX — dennoch wird empfohlen, ausreichenden Abstand von 230-V-Netzkabeln einzuhalten, um das Risiko von induktiven Störungen zu minimieren.
- Bus-Topologie: DALI unterstützt Freie Topologie — Stern-, Baum-, Linien- und beliebige Kombinationen sind erlaubt, aber Schleifen sind verboten (dasselbe Kabel darf nicht beide Enden eines Geräts verbinden). In unserer Projekterfahrung nutzen alle drei Zonen — Wohnzimmer, Essbereich und Küche — Baumverkabelung vom Verteilerkasten zu den einzelnen Leuchten — das übersichtlichste Layout.
- Maximale Buslänge: Standard: 300 m (Leiterquerschnitt ≥ 1,5 mm²). Bei typischen Wohnungsinstallationen (Gesamtbuslänge üblicherweise 50–80 m) wird dieser Grenzwert selten erreicht.
- Geräteanzahl: Ein einzelner DALI-Bus unterstützt maximal 64 Geräteadressen. In diesem Projekt: 7 × Controller (je 1 DALI-Adresse) = 7 DALI-Geräteadressen — leicht erfüllt; alle 34 DT8-Leuchten (inkl. 3 Bar-Pendelleuchten) + 2 LED-Streifen sind über die Controller angeschlossen und verbrauchen keine unabhängigen DALI-Geräteadressen.
- Trennung vom Starkstrom: Bei Parallelverlegung mit 230-V-Netzkabeln mindestens 10 cm Abstand einhalten; bei Kreuzungen senkrechte Führung bevorzugen. Im Unterschied zu KNX ist DALI deutlich unempfindlicher gegen Störeinstreuungen, und kurze Parallelstrecken verursachen typischerweise keine Kommunikationsfehler.
Adresszuweisung: Zwei bewährte Strategien
DALI-Adressen (0–63) legen fest, welche Leuchten zu derselben Gruppe gehören und welche gemeinsam auf eine Szenen-Auslösung reagieren. Zwei gängige Strategien:
Strategie A: Nach Zone zuweisen (für Wohnprojekte)
Jeder Raum bzw. Funktionsbereich erhält eine oder mehrere unabhängige DALI-Gruppen. Dieser Ansatz ist intuitiv; die Szenenprogrammierung folgt einer klaren raumbezogenen Logik. In diesem Projekt:
- Gruppe 0 (Wohnzimmer-Spots): DT8-Kanal, 18 × DT8-Spots (2400–6500 K)
- Gruppe 1 (Wohnzimmer-Streifen): DT8-Kanal, 2 × 5 m LED-Streifen (unabhängig gesteuerte Farbtemperatur und Helligkeit)
- Gruppe 2 (Essbereich): DT8-Kanal, 5 × DT8-Spots
- Gruppe 3 (Barbereich): DT8-Kanal, 3 × DT8-Pendelleuchten
- Gruppe 4 (Küche): DT8-Kanal, 8 × DT8-Spots
Die fünf Gruppen lassen sich unabhängig steuern. Wird das Wohnzimmer gedimmt, bleiben Küche und Essbereich unverändert. Auch die Wohnzimmer-LED-Streifen können separat geregelt werden und hängen nicht an der Spot-Helligkeit.
Strategie B: Nach Funktion zuweisen (für komplexe Gewerbeprojekte)
Innerhalb eines Raums können Funktionen getrennt werden, zum Beispiel Hauptlicht, Akzentlicht und Ambientelicht. Das gibt mehr Freiheit bei Szenen, macht die Konfiguration aber aufwendiger.
Empfehlung: Für normale Wohnprojekte genügt Strategie A (nach Zone). Leuchten innerhalb derselben Gruppe teilen dieselbe Helligkeitseinstellung; zwischen den Gruppen ist die Steuerung vollständig unabhängig — keine zusätzliche DALI-Adresstrennung erforderlich.
Montage und Inbetriebnahme: Von der Spannungsversorgung bis zur Szenenprogrammierung
Montage und Inbetriebnahme liegen beim Integrator oder Elektriker. Als Eigentümer sollten Sie trotzdem wissen, woran eine saubere Abnahme zu erkennen ist. Im Kern geht es um vier Punkte:
Schritt 1: Spannungsversorgung und Grundfunktionen prüfen
- Jeden Controller einzeln unter Spannung setzen; DALI-Bus-Kommunikation prüfen (Controller-LED permanent, kein häufiges Flackern)
- Grundfunktion jeder Leuchte testen: Ein/Aus, Dimmen (voller Bereich 1 %–100 %), Farbtemperatur-Umschaltung (DT8-Kanal)
- System-Failure-Level prüfen: DALI-Bus trennen, um Fehler zu simulieren; bestätigen, dass Leuchten automatisch auf die eingestellte Sicherheitshelligkeit schalten
Schritt 2: Gruppen und Szenen konfigurieren
- Gruppen gemäß Plan zuweisen (Wohnzimmer-Spots = Gruppe 0, Wohnzimmer-Streifen = Gruppe 1, Essbereich = Gruppe 2, Bar = Gruppe 3, Küche = Gruppe 4)
- 4 Grundszenen konfigurieren:
- Alltagsmodus: Wohnzimmer 4000 K/80 %, Küche 3000 K/100 %, Essbereich 3000 K/70 %
- Kino-Modus: Wohnzimmer 3000 K/15 %, Küche aus, Essbereich 2700 K/10 %
- Morgenmodus: Wohnzimmer 3500 K/60 %, Küche 4000 K/100 %, Essbereich 3500 K/60 %
- Spätnacht-Modus: Wohnzimmer 2700 K/5 %, Küche aus, Essbereich aus
- Fade-Time einstellen: Kino- und Spätnacht-Modus 5 Sekunden (sanfter Übergang); Alltag und Morgen 1 Sekunde (schnelleres Ansprechverhalten)
Schritt 3: KNX-Panel-Anbindung (falls vorhanden)
Falls ein KNX-Panel DALI-Szenen auslöst, muss der Integrator in ETS KNX-Gruppenadressen mit DALI-Szenennummern verknüpfen. Bei der Abnahme testen:
- Jeder KNX-Taster löst die korrekte DALI-Szene aus
- Szenen-Fade-Time entspricht der Einstellung
- Systemübergreifende Automatisierungen (falls vorhanden) funktionieren korrekt
Schritt 4: Abnahmeprotokoll
Eigentümer und Integrator bestätigen gemeinsam:
- Ein/Aus, Dimmen und Farbtemperatur (DT8) jeder Leuchte funktionieren einwandfrei
- Wohnzimmer, Küche und Essbereich steuern jeweils unabhängig
- Alle 4 Szenen reagieren korrekt
- KNX-Panel-Anbindung (falls vorhanden) fehlerfrei
- System-Failure-Level Fail-Safe-Funktion wurde getestet
- DALI-Bus zeigt keine dauerhaften Kommunikationsfehler (kein Fehlerprotokoll im Controller)
Kostenübersicht: Beispielprojekt BOM mit TILLUME-Referenzpreisen
Stückliste (BOM) für das Beispielprojekt mit TILLUME-Referenzpreisen für den deutschen Markt:
| Komponente | Referenzmodell | Menge | Stückpreis (EUR) | Gesamt (EUR) |
|---|---|---|---|---|
| DT8 LED-Spots (Wohnzimmer 18 + Essen 5 + Küche 8) | TILLUME Master CRI95 DT8 Spot 2400–6500 K 8W | 31 | 32,77¹ | 1.014,87 |
| MR16 Rund Einbaurahmen schwenkbar | TILLUME LED Einbaurahmen rund schwenkbar | 31 | 5,20 | 161,20 |
| CCT LED Pendelleuchte (Bar, nur Gehäuse) | TILLUME Pendelleuchte CCT LED (Ø60mm, Kabel 1,3 m) | 3 | 24,56 | 73,68 |
| DT8 LED-Spot (Bar-Pendelleuchte, Leuchtmittel separat) | TILLUME Master CRI95 DT8 Spot 2400–6500 K 8W | 3 | 32,77¹ | 98,31 |
| CCT COB Seamless LED-Streifen | TILLUME CCT 24V COB LED Seamless Strip (5 m/Rolle) | 2 Rollen | 55,25 | 110,50 |
| DALI DT8 Controller (verteilte Zonenmontage) | TILLUME CCT DALI LED Controller C22 24VDC 5A DT8 | 7 | 27,68 | 193,76 |
| DIN-Schienen-Schaltnetzteil 170W (zentral im Schrank) | TILLUME Hutschienen-Netzteil 24V 7A 170W | 3 | 63,79 | 191,37 |
| DALI-Bus-Kabel | 2-adriges Steuerkabel (durch Elektriker) | — | — | — |
| Gesamt (Master-Version, inkl. Mengenrabatt) | €1.843,69 | |||
¹ Stückpreis inkl. Mengenrabatt (≥10 Stück = zusätzliche 5 % Rabatt; Listenpreis 34,49 € → rabattiert 32,77 €)
Nicht enthalten: DALI-Bus-Verkabelungsmaterial (i. d. R. durch Elektriker), KNX-DALI-Gateway (falls vorhanden) und Montagekosten.
Spar-Option — Expert-Version (CRI90): Falls das Budget begrenzt ist, ist die Expert-Version des DT8-Spots (28,34 €/Stück, kein Mengenrabatt) verfügbar. DT8-Spot-Kosten: 28,34 × 31 = 878,54 €; Projektgesamtkosten: ca. 1.707,36 € — Ersparnis 136,33 € gegenüber Master-Version.
Produktauswahl: Die komplette 24V Konstant-spannungs-DALI-Lösung von TILLUME
TILLUME bietet die Bausteine für ein 24V-Konstantspannungs-DALI-Beleuchtungssystem: Schaltnetzteile, DALI-LED-Controller und 24V-Konstantspannungs-LED-Spots. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt und wurden zusammen getestet. Die Netzteile sitzen zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten, die DALI-DT8-Controller liegen verteilt an den Zonknoten.
- DT8 LED-Spot (alle Zonen): TILLUME Master CRI95 DT8 LED Spot 2200–6500K 8W, CRI95, flackerfrei, MR16-Pin-kompatibel
- Einbaurahmen (alle Spots): TILLUME LED Einbaurahmen rund schwenkbar, Ø85mm außen, Ø68mm Ausschnitt, IP20, matt weiß/schwarz
- CCT LED Pendelleuchte (Bar): TILLUME Pendelleuchte CCT LED, Ø60mm × H300mm, Kabel 1300mm (verstellbar), Aluminium, IP20, schwarz / weiß
- CCT COB Seamless LED-Streifen: TILLUME CCT 24V COB LED Seamless Strip, 15W/m, CRI95, 5 m/Rolle, nahtlos (keine sichtbaren Punkte)
- DALI DT8 Controller (×7, verteilte Zonenmontage): TILLUME CCT DALI LED Controller C22 24VDC 5A DT8, Aufputz/Verteilerdosenmontage an Zonknoten, max 120W/Kanal, 2400–6500K DT8, 4 kHz PWM
- DIN-Schienen-Schaltnetzteil (×3, zentral im Schrank): TILLUME Hutschienen-Netzteil 24V 7A 170W, Wirkungsgrad ≥94% (SiC/GaN), HDR-170-24, TS-35-Schiene, IP20, alle 3 Geräte auf DIN-Schienen im Verteilerkasten
FAQ
Quellen
| # | Referenz | Quelle | Link |
|---|---|---|---|
| [1] | IEEE 1789 – PWM-Dimmfrequenz und Gesundheitsrisiko-Standard (schwellenwertfreie Grenze: ≥3 kHz) | IEEE Standard | standards.ieee.org |
| [2] | DALI-Protokoll IEC 62386 Standard-System | DALI Alliance | www.dali-alliance.org/handbook |
TILLUME Produktdaten (als Messwerte im Beitrag verwendet, nicht als externe Referenz zitiert):
- PWM-Dimmfrequenz 4 kHz (Nennwert, alle TILLUME DT6/DT8-Controller)
- System Failure Level konfigurierbar (Produktmerkmal)
- 170W DIN-Schienen-Netzteil Wirkungsgrad ≥94% (Messwert, SiC/GaN)
- DT8 Master 8W gemessener Lichtstrom: 2200K = 500 lm, 4000K = 720 lm, 6500K = 800 lm (Integrating Sphere, vgl. doc.tillume.com)
D2-07 DE body | v1.2 | 2026-04-24 | TILLUME