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DALI-2 System planen – Komponenten, Verkabelung, Inbetriebnahme & Kosten

DALI-2 Systemplanung bedeutet, Controller, Netzteile, Busverkabelung, Adressen und Abnahmekriterien vor der Installation sauber festzulegen. Für ein KNX-basiertes Wohnhaus oder eine 24V-Konstantspannungs-Beleuchtung wird aus dem Lichtkonzept dadurch ein umsetzbarer Elektroplan mit klaren Komponenten, Leistungsreserve und Prüfpunkten.

Was dieser Artikel bei der Planung klärt

  • Wie Zonen, Leuchtenanzahl, DT8-Steuerkanäle und die gesamte 24V-Last berechnet werden.
  • Wie Sie zwischen verteilten DALI-Controllern, DIN-Schienen-Netzteilen und integrierten Geräten wählen.
  • Welche DALI-Busregeln, Adressgruppen und Abnahmetests in Wohnprojekten wichtig sind.
  • Wie eine praktische Stückliste für TILLUME 24V LED-Spots, DALI-DT8-Controller und Netzteile entsteht.

Nach der Smart-Home-Konzeptplanung steht die Grundarchitektur fest: KNX übernimmt die Gebäudeautomation, die Lichtsteuerung läuft über ein KNX-DALI-Gateway. Der Wechsel von KNX-LED-Aktoren zu KNX + DALI hat einen einfachen Grund: Für DALI gibt es deutlich mehr Dimmer und Controller verschiedener Hersteller. Das reduziert die Abhängigkeit von einzelnen KNX-Aktor-Lieferanten und macht spätere Ersatzbeschaffungen einfacher. Jetzt geht es um die Beleuchtungsplanung: Wie viele Leuchten pro Zone? Welche Steuerungslogik? Welche Leuchtmittel? Eine grobe Skizze liegt vor. Was fehlt, ist der Elektroplan: DALI-Controller, Netzteile, Busverkabelung und Adresszuweisung. Ohne Komponentenliste bleibt das Projekt stehen.

Dieser Beitrag geht den Planungs- und Inbetriebnahmeprozess an einem realistischen Projekt durch: ein deutsches Einfamilienhaus im Erdgeschoss mit offenem Grundriss, ca. 65 m² Fläche. Der Bereich besteht aus Wohnzimmer (35 m²), Wohn- und Barbereich (15 m²) und Küche (15 m²). Geplant sind 34 DT8-Leuchten (18 Spots im Wohnzimmer, 5 am Esstisch, 8 in der Küche, 3 Pendelleuchten an der Bar) sowie 2 × 5 m Tunable-White-LED-Streifen als Akzentbeleuchtung im Wohnzimmer. Alles hängt an einem DALI-Bus, gesteuert über TILLUME 24V-Konstantspannungs-DALI-Controller und eingebunden über ein KNX-DALI-Gateway. Das ist kein Installationshandbuch. Es zeigt aber, welche Komponenten benötigt werden, welche Spezifikationen vor der Bestellung feststehen müssen, welche Verkabelungsregeln gelten und was bei der Übergabe geprüft werden sollte.

Ratgeber-Serie

Die DALI-2 Ratgeber-Serie zur Lichtsteuerung

Starten Sie hier, wenn Sie eine DALI-2 Lichtsteuerung für ein Wohnhaus, eine Sanierung oder ein KNX-Projekt planen. Die Serie führt von den praktischen Vorteilen im Alltag über DT6-Dimmen, DT8 Tunable White, Szenen, D4i und KNX bis zur konkreten Systemplanung.

D2-01. DALI-2 Beleuchtungssteuerung - was sie zu Hause wirklich bringt
Eine praktische Einführung aus Sicht von Hausbesitzern: Komfort, Dimmen, Tunable White, Szenen und KNX.
D2-02. DALI DT6 Dimmen
Warum digitales 1-100%-Dimmen anders wirkt als ein klassischer Phasenabschnittdimmer.
D2-03. DALI DT8 Tunable White
Farbtemperatursteuerung für Tageslichtsimulation, Komfortszenen und unterschiedliche Tageszeiten planen.
D2-04. DALI Lichtszenen programmieren
Praktische Szenen für Wohnzimmer, Küche, Flur, Abendroutine und Nachtlicht einrichten.
D2-05. D4i und intelligente Lichtdaten
Wie D4i Energie-, Status- und Wartungsdaten in professionelle Lichtsysteme bringt.
D2-06. DALI und KNX kombinieren
Wie DALI-Lichtsteuerung und KNX-Gebäudeautomation über Gateways zusammenarbeiten.
D2-07. Aktueller Artikel: DALI-2 System planen
Controller, Netzteile, Komponenten und Verkabelung für ein zuverlässiges DALI-2 System auswählen.

Anforderungsanalyse: Erst rechnen, dann kaufen

Am Anfang steht nicht der Produktkatalog. Zuerst werden Leuchtenanzahl, Zonen und Lasten aus dem Grundriss abgeleitet. Danach lassen sich drei Kernfragen sauber beantworten. Dieser Abschnitt zeigt die Ableitung am Beispielprojekt.

Architektur-Hinweis: Dieses Projekt nutzt ein Layout mit zentralem Netzteil + verteilten Controllern. Schaltnetzteile (170W DIN-Schiene) werden zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten montiert; DALI-DT8-Controller werden an Zonknotenpunkten installiert. Die 24V-Niedervoltverkabelung verursacht in zwei Segmenten Kabelverluste — vom Verteiler zum Controller und vom Controller zur Leuchte. Das TILLUME 170W-DIN-Schienennetzteil unterstützt einstellbare Ausgangsspannung (24V–27V), wodurch die Ausgangsspannung bei längeren Leitungswegen angehoben werden kann, um den Spannungsabfall auszugleichen und eine stabile Spannung am Leuchtenende zu gewährleisten.

Schritt 1: Zonenflächen und Sollluxwerte festlegen

Die Berechnung der Leuchtenanzahl basiert auf der DIN 5035-3 Wohnbeleuchtungsnorm:

Zone Fläche Sollbeleuchtungsstärke (nach DIN 5035-3)
Wohnzimmer 35 m² 150 lx (allgemeine Tätigkeit)
Essbereich (Essen + Bar) 15 m² 150 lx (Ess-Szenario)
Küche 15 m² 300 lx (Arbeitsflächen)

Schritt 2: Benötigte Leuchtenanzahl berechnen

Formel: Benötigte Menge = Solllux (lx) × Fläche (m²) ÷ (Lichtstrom der Leuchte × Nutzungsfaktor × Wartungsfaktor)

Parameter:

  • Lichtstrom der Leuchte (Messwerte, aus dem TILLUME LED-Spot Master CRI95 Integrating-Sphere-Testbericht — vgl. Produktdatenblatt):
Farbtemperatur Gemessener Lichtstrom
2200 K (warm) 500 lm
4000 K (hauptsächlicher Tagbetrieb) 720 lm
6500 K (kalt) 800 lm

Für die Planung wird 4000 K als praxisnaher Referenzpunkt verwendet, weil dieser Wert im Tagesbetrieb am häufigsten vorkommt. Bei gemischten Farbtemperaturen ändert sich der tatsächliche Lichtstrom je nach Mischverhältnis.

  • Nutzungsfaktor: 0,5 (Diffusionsverluste durch Abstrahlwinkel + Absorption durch Wände/Möbel)
  • Wartungsfaktor: 0,8 (Spielraum für 5 Jahre Lichtstromrückgang)
  • Effektiver Fluss bei 4000 K: 720 × 0,5 × 0,8 = 288 lm/Stück
Zone Fläche Soll-Lux Theoretische Menge (4000K) Praktische Empfehlung
Wohnzimmer 35 m² 150 lx 35×150÷288 = 18,2 Stück 18 Stück (+ Streifen für kombinierte Beleuchtung)
Essbereich 15 m² 150 lx 15×150÷288 = 7,8 Stück 5 Stück (+ Pendelleuchten als Ergänzung)
Küche 15 m² 300 lx 15×300÷288 = 15,6 Stück 8 Stück (Unterschrank-Streifen als Zusatz)
Hinweis: Die Wohnzimmer-LED-Streifen zählen hier nicht zur Grundbeleuchtung. Sie dienen als Akzentlicht. Der Barbereich erhält zusätzliche Pendelleuchten. In der Küche reichen 8 Spots für die Grundhelligkeit; für Arbeitsflächen ist ein Unterschrank-LED-Streifen sinnvoll.

Schritt 3: Drei Kernfragen beantworten

Frage 1: Wie viele DALI-Steuerkanäle werden benötigt?

Jede Gruppe von Leuchten, die in unabhängiger Helligkeit oder Farbtemperatur gesteuert werden soll, benötigt einen eigenen DALI-Steuerkanal. Die Zonen dieses Projekts haben unterschiedliche Steuerungsanforderungen:

  • Wohnzimmer: 18 × DT8-Spots (144 W, >120 W/Controller) → 2 × DT8-Kanäle (9 Spots pro Kanal); 2 × LED-Streifen (5 m / 120 W je) unabhängig gesteuert → 2 × DT8-Kanäle (ein Streifen pro Kanal)
  • Essbereich: 5 × DT8-Spots → einheitliche Farbtemperatur + Dimmen → 1 × DT8-Kanal
  • Barbereich: 3 × DT8-Pendelleuchten → einheitliche Farbtemperatur + Dimmen → 1 × DT8-Kanal
  • Küche: 8 × DT8-Spots → einheitliche Farbtemperatur + Dimmen → 1 × DT8-Kanal

Ergebnis: mindestens 7 DALI-Steuerkanäle (7 × DT8).

Frage 2: DT6 oder DT8?

Die Regel ist einfach: Sobald eine Farbtemperaturverstellung zwischen Warmweiß und Kaltweiß gewünscht ist, braucht die Zone DT8. Wenn nur gedimmt werden soll, reicht DT6. In diesem Projekt möchte der Eigentümer Tunable White in allen Bereichen. Wohnzimmer, Esstisch, Bar und Küche laufen daher über DT8. Das ist vor allem im offenen Grundriss sinnvoll: Wenn Wohnzimmer und Küche sichtbar ineinander übergehen, wirken unterschiedliche Farbtemperaturen schnell unruhig.

Frage 3: Wie hoch ist die Gesamtleistung?

Die Berechnung der Nenn-Gesamtleistung dient der Auslegung des Netzteils:

Position 8W-Version 6W-Version
Wohnzimmer DT8-Spots × 18 144 W 108 W
Essbereich DT8-Spots × 5 40 W 30 W
Bar DT8-Pendelleuchten × 3 (Leuchtmittel separat) 24 W 18 W
Küche DT8-Spots × 8 64 W 48 W
Wohnzimmer LED-Streifen × 10 m 150 W 150 W
Gesamt 422 W 354 W

8W oder 6W je nach Beleuchtungsstärke-Anforderungen wählen. Die 8W-Version bietet höhere Helligkeit und mehr Leistungsspielraum; die 6W-Version hat geringeren Gesamtstromverbrauch und weniger Wärmeentwicklung. Dieses Projekt nutzt die 8W-Version als Basis für die Netzteilberechnung; die 6W-Version dient als Referenz.

Alle nachfolgenden Schritte basieren auf dieser konkreten Projektkonfiguration: 7 Stück DALI-DT8-Steuerkanäle, 34 Stück 24V-LED-Spots (inkl. 3 × Bar-Pendelleuchten), 2 × LED-Streifen, 422 W Gesamtleistung, empfohlenes Netzteil 510 W (3 × 170 W DIN-Schiene): ① Wohnzimmer-Spots → 1 × 170 W; ② Esstisch + Bar + Küche → 1 × 170 W; ③ Beide LED-Streifen zusammen (150 W) → 1 × 170 W.

Stromversorgungsarchitektur: Externes Netzteil oder integriertes Gerät?

Für die Steuerungsebene eines DALI-Beleuchtungssystems gibt es zwei gängige Ansätze:

Variante A: DALI-Controller + externes Netzteil

Der Controller übernimmt DALI-Dimmung und Farbtemperatursteuerung, das Netzteil wird separat gewählt. In diesem Projekt werden drei 170W-Schaltnetzteile zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten montiert. Von dort laufen 24V-Leitungen zu den Zonknotenpunkten. Die sieben DALI-DT8-Controller sitzen verteilt in den jeweiligen Bereichen, zum Beispiel in Aufputz- oder Verteilerdosen, und versorgen die LED-Lasten über kurze Ausgangsleitungen. Der DALI-Bus läuft als eigene 2-adrige Steuerleitung zurück zum KNX-DALI-Gateway im Verteilerkasten.

Vorteile Variante A: Defekter Controller wird unabhängig ersetzt; defektes Netzteil wird unabhängig ersetzt.

Nachteile: aufwändigere Verkabelung; Kabelverluste müssen berücksichtigt werden.

Für dieses Projekt werden die TILLUME CCT DALI LED-Controller (C22-Serie) gewählt — insgesamt 7 Stück, verteilt an den Zonstandorten:

Zum Produkt

  • Wohnzimmer-Spots (18 × DT8, 144 W): 2 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller (9 Spots je, ≤120 W/Kanal)
  • Wohnzimmer-Streifen (2 × 5 m, 2 × 75 W): 2 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller (1 Kanal je Streifen)
  • Essbereich (5 × DT8-Spots, 40 W): 1 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller
  • Barbereich (3 × DT8-Pendelleuchten, 24 W): 1 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller
  • Küche (8 × DT8-Spots, 64 W): 1 × TILLUME CCT DALI DT8 Controller
Hinweis zur Controller-Leistung: Der TILLUME C22-Serien-DT8-Controller liefert maximal 120 W pro Kanal. Wenn die tatsächliche Anzahl der Steuerungsknoten geringer ist als die oben genannte Konfiguration, kann ein leistungsstärkerer Controller-Typ gewählt werden, um die Gesamtzahl der Geräte zu reduzieren. → Alle TILLUME DALI-DT8-Controller ansehen

Variante B: AC/DC integriertes Netzteil

Bei dieser Variante sitzen Netzteil und Controller in einem Gerät. Das vereinfacht die Verkabelung, hat aber einen klaren Nachteil: Fällt Netzteil oder Controller aus, wird die komplette Einheit ersetzt. Dieses Projekt bleibt deshalb bei Variante A. Die 170W-Netzteile sitzen zentral auf der DIN-Schiene und bieten mehr Leistungsreserve; die Controller liegen nah an den Zonen. Ein defekter Controller betrifft nur seine Zone, ein defektes Netzteil lässt sich separat tauschen.

Variante A: DALI-Controller + externes Netzteil B: AC/DC integriertes Netzteil
Vorteile Unabhängige Wartung (Controller oder Netzteil einzeln ersetzbar); Netzteile zentral im Schrank, größerer Spielraum Einfachere Verkabelung: integriertes Gerät, weniger Stromkabel
Nachteile Aufwändigere Verkabelung; Kabelverluste müssen bewertet werden Controller- oder Netzteil-Ausfall erfordert Ersatz der gesamten Einheit
Geeignet für Projekte, die langfristige Wartungsfreundlichkeit priorisieren Projekte mit weniger Leuchten und begrenztem Verkabelungsraum

Netzteil-Berechnung: Leistung, Wirkungsgrad und Spielraum

Die Kernregel: Nennleistung × 1,2 (+20 % Spielraum) ≤ Nennleistung Netzteil.

Warum 20 % Spielraum? LED-Leuchten ziehen beim Einschalten einen höheren Einschaltstrom als im stationären Betrieb, und ein Netzteil, das dauerhaft nahe seiner Nennleistung läuft, erzeugt mehr Wärme und hat eine kürzere Lebensdauer. Der Spielraum schafft auch Platz für künftige Erweiterungen.

Für die Gesamtleistung dieses Projekts von 422 W (8W-Version):

  • Mit Spielraum: 422 W × 1,2 = 506,4 W
  • Empfohlenes Netzteil: 3 × 170 W (gesamt 510 W)

Auswahlergebnis: TILLUME 24V-Konstantspannungs-DIN-Schienen-Schaltnetzteil (Modell: HDR-170-24, 170 W × 3 Stück). Das Netzteil nutzt aktuelle GaN-Technologie (Gallium Nitride), kommt in einer kompakten 4 TE (70 mm) Bauform und erreicht einen Wirkungsgrad von ≥94%. Die drei Geräte sitzen zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten und liefern 24V zu den DALI-DT8-Controllern in den Zonen. Mit 510 W Gesamtkapazität liegt die Auslastung bei 422 W ÷ 510 W = 82,7 %. Damit bleibt Reserve für Einschaltstrom, Wärme und kleinere spätere Erweiterungen.

Praxishinweis aus unseren Projekten: Die Wohnzimmer-LED-Streifen mit 10 m werden auf 2 Controller verteilt (5 m je, 75 W je) — keine einzelne Last nähert sich der 120-W/Kanal-Grenze. DALI-DT8-Controller sind in der Nähe jeder Zone verteilt; kurze 24V-Ausgangskabel zwischen Controller und Leuchten halten den Spannungsabfall minimal. Bei längeren Leitungswegen vom Schrank zum Controller kompensiert das einstellbare Netzteil (24 V–27 V) den Kabel-Spannungsabfall.

DALI-Bus Verkabelung: Regeln und Stolperfallen

Der DALI-Bus ist flexibler als KNX. Trotzdem gibt es ein paar Regeln, die vor der Installation feststehen sollten.

Kernregeln für die DALI-Busverkabelung

  1. Leiterquerschnitt: Nur 2-adriges Kabel nötig (keine Abschirmung), identisch mit normaler Beleuchtungsverdrahtung. Der DALI-Bus ist ein Niedervolt-Bus (16 V DC), mit weniger strengen Verkabelungsanforderungen als KNX — dennoch wird empfohlen, ausreichenden Abstand von 230-V-Netzkabeln einzuhalten, um das Risiko von induktiven Störungen zu minimieren.
  2. Bus-Topologie: DALI unterstützt Freie Topologie — Stern-, Baum-, Linien- und beliebige Kombinationen sind erlaubt, aber Schleifen sind verboten (dasselbe Kabel darf nicht beide Enden eines Geräts verbinden). In unserer Projekterfahrung nutzen alle drei Zonen — Wohnzimmer, Essbereich und Küche — Baumverkabelung vom Verteilerkasten zu den einzelnen Leuchten — das übersichtlichste Layout.
  3. Maximale Buslänge: Standard: 300 m (Leiterquerschnitt ≥ 1,5 mm²). Bei typischen Wohnungsinstallationen (Gesamtbuslänge üblicherweise 50–80 m) wird dieser Grenzwert selten erreicht.
  4. Geräteanzahl: Ein einzelner DALI-Bus unterstützt maximal 64 Geräteadressen. In diesem Projekt: 7 × Controller (je 1 DALI-Adresse) = 7 DALI-Geräteadressen — leicht erfüllt; alle 34 DT8-Leuchten (inkl. 3 Bar-Pendelleuchten) + 2 LED-Streifen sind über die Controller angeschlossen und verbrauchen keine unabhängigen DALI-Geräteadressen.
  5. Trennung vom Starkstrom: Bei Parallelverlegung mit 230-V-Netzkabeln mindestens 10 cm Abstand einhalten; bei Kreuzungen senkrechte Führung bevorzugen. Im Unterschied zu KNX ist DALI deutlich unempfindlicher gegen Störeinstreuungen, und kurze Parallelstrecken verursachen typischerweise keine Kommunikationsfehler.
Quellen: IEC 62386-101:2014 Digital Addressable Lighting Interface — Part 101: General Requirements — System Components; DALI Alliance, Technical Guide to DALI Systems (Sep 2021), verfügbar unter www.dali-alliance.org/handbook.

Adresszuweisung: Zwei bewährte Strategien

DALI-Adressen (0–63) legen fest, welche Leuchten zu derselben Gruppe gehören und welche gemeinsam auf eine Szenen-Auslösung reagieren. Zwei gängige Strategien:

Strategie A: Nach Zone zuweisen (für Wohnprojekte)

Jeder Raum bzw. Funktionsbereich erhält eine oder mehrere unabhängige DALI-Gruppen. Dieser Ansatz ist intuitiv; die Szenenprogrammierung folgt einer klaren raumbezogenen Logik. In diesem Projekt:

  • Gruppe 0 (Wohnzimmer-Spots): DT8-Kanal, 18 × DT8-Spots (2400–6500 K)
  • Gruppe 1 (Wohnzimmer-Streifen): DT8-Kanal, 2 × 5 m LED-Streifen (unabhängig gesteuerte Farbtemperatur und Helligkeit)
  • Gruppe 2 (Essbereich): DT8-Kanal, 5 × DT8-Spots
  • Gruppe 3 (Barbereich): DT8-Kanal, 3 × DT8-Pendelleuchten
  • Gruppe 4 (Küche): DT8-Kanal, 8 × DT8-Spots

Die fünf Gruppen lassen sich unabhängig steuern. Wird das Wohnzimmer gedimmt, bleiben Küche und Essbereich unverändert. Auch die Wohnzimmer-LED-Streifen können separat geregelt werden und hängen nicht an der Spot-Helligkeit.

Strategie B: Nach Funktion zuweisen (für komplexe Gewerbeprojekte)

Innerhalb eines Raums können Funktionen getrennt werden, zum Beispiel Hauptlicht, Akzentlicht und Ambientelicht. Das gibt mehr Freiheit bei Szenen, macht die Konfiguration aber aufwendiger.

Empfehlung: Für normale Wohnprojekte genügt Strategie A (nach Zone). Leuchten innerhalb derselben Gruppe teilen dieselbe Helligkeitseinstellung; zwischen den Gruppen ist die Steuerung vollständig unabhängig — keine zusätzliche DALI-Adresstrennung erforderlich.

Montage und Inbetriebnahme: Von der Spannungsversorgung bis zur Szenenprogrammierung

Montage und Inbetriebnahme liegen beim Integrator oder Elektriker. Als Eigentümer sollten Sie trotzdem wissen, woran eine saubere Abnahme zu erkennen ist. Im Kern geht es um vier Punkte:

Schritt 1: Spannungsversorgung und Grundfunktionen prüfen

  1. Jeden Controller einzeln unter Spannung setzen; DALI-Bus-Kommunikation prüfen (Controller-LED permanent, kein häufiges Flackern)
  2. Grundfunktion jeder Leuchte testen: Ein/Aus, Dimmen (voller Bereich 1 %–100 %), Farbtemperatur-Umschaltung (DT8-Kanal)
  3. System-Failure-Level prüfen: DALI-Bus trennen, um Fehler zu simulieren; bestätigen, dass Leuchten automatisch auf die eingestellte Sicherheitshelligkeit schalten

Schritt 2: Gruppen und Szenen konfigurieren

  1. Gruppen gemäß Plan zuweisen (Wohnzimmer-Spots = Gruppe 0, Wohnzimmer-Streifen = Gruppe 1, Essbereich = Gruppe 2, Bar = Gruppe 3, Küche = Gruppe 4)
  2. 4 Grundszenen konfigurieren:
    • Alltagsmodus: Wohnzimmer 4000 K/80 %, Küche 3000 K/100 %, Essbereich 3000 K/70 %
    • Kino-Modus: Wohnzimmer 3000 K/15 %, Küche aus, Essbereich 2700 K/10 %
    • Morgenmodus: Wohnzimmer 3500 K/60 %, Küche 4000 K/100 %, Essbereich 3500 K/60 %
    • Spätnacht-Modus: Wohnzimmer 2700 K/5 %, Küche aus, Essbereich aus
  3. Fade-Time einstellen: Kino- und Spätnacht-Modus 5 Sekunden (sanfter Übergang); Alltag und Morgen 1 Sekunde (schnelleres Ansprechverhalten)

Schritt 3: KNX-Panel-Anbindung (falls vorhanden)

Falls ein KNX-Panel DALI-Szenen auslöst, muss der Integrator in ETS KNX-Gruppenadressen mit DALI-Szenennummern verknüpfen. Bei der Abnahme testen:

  • Jeder KNX-Taster löst die korrekte DALI-Szene aus
  • Szenen-Fade-Time entspricht der Einstellung
  • Systemübergreifende Automatisierungen (falls vorhanden) funktionieren korrekt

Schritt 4: Abnahmeprotokoll

Eigentümer und Integrator bestätigen gemeinsam:

  • Ein/Aus, Dimmen und Farbtemperatur (DT8) jeder Leuchte funktionieren einwandfrei
  • Wohnzimmer, Küche und Essbereich steuern jeweils unabhängig
  • Alle 4 Szenen reagieren korrekt
  • KNX-Panel-Anbindung (falls vorhanden) fehlerfrei
  • System-Failure-Level Fail-Safe-Funktion wurde getestet
  • DALI-Bus zeigt keine dauerhaften Kommunikationsfehler (kein Fehlerprotokoll im Controller)

Kostenübersicht: Beispielprojekt BOM mit TILLUME-Referenzpreisen

Stückliste (BOM) für das Beispielprojekt mit TILLUME-Referenzpreisen für den deutschen Markt:

Komponente Referenzmodell Menge Stückpreis (EUR) Gesamt (EUR)
DT8 LED-Spots (Wohnzimmer 18 + Essen 5 + Küche 8) TILLUME Master CRI95 DT8 Spot 2400–6500 K 8W 31 32,77¹ 1.014,87
MR16 Rund Einbaurahmen schwenkbar TILLUME LED Einbaurahmen rund schwenkbar 31 5,20 161,20
CCT LED Pendelleuchte (Bar, nur Gehäuse) TILLUME Pendelleuchte CCT LED (Ø60mm, Kabel 1,3 m) 3 24,56 73,68
DT8 LED-Spot (Bar-Pendelleuchte, Leuchtmittel separat) TILLUME Master CRI95 DT8 Spot 2400–6500 K 8W 3 32,77¹ 98,31
CCT COB Seamless LED-Streifen TILLUME CCT 24V COB LED Seamless Strip (5 m/Rolle) 2 Rollen 55,25 110,50
DALI DT8 Controller (verteilte Zonenmontage) TILLUME CCT DALI LED Controller C22 24VDC 5A DT8 7 27,68 193,76
DIN-Schienen-Schaltnetzteil 170W (zentral im Schrank) TILLUME Hutschienen-Netzteil 24V 7A 170W 3 63,79 191,37
DALI-Bus-Kabel 2-adriges Steuerkabel (durch Elektriker)
Gesamt (Master-Version, inkl. Mengenrabatt) €1.843,69

¹ Stückpreis inkl. Mengenrabatt (≥10 Stück = zusätzliche 5 % Rabatt; Listenpreis 34,49 € → rabattiert 32,77 €)

Nicht enthalten: DALI-Bus-Verkabelungsmaterial (i. d. R. durch Elektriker), KNX-DALI-Gateway (falls vorhanden) und Montagekosten.

Spar-Option — Expert-Version (CRI90): Falls das Budget begrenzt ist, ist die Expert-Version des DT8-Spots (28,34 €/Stück, kein Mengenrabatt) verfügbar. DT8-Spot-Kosten: 28,34 × 31 = 878,54 €; Projektgesamtkosten: ca. 1.707,36 € — Ersparnis 136,33 € gegenüber Master-Version.

TILLUME Expert CRI90 DT8 Spot 8W

Produktauswahl: Die komplette 24V Konstant-spannungs-DALI-Lösung von TILLUME

TILLUME bietet die Bausteine für ein 24V-Konstantspannungs-DALI-Beleuchtungssystem: Schaltnetzteile, DALI-LED-Controller und 24V-Konstantspannungs-LED-Spots. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt und wurden zusammen getestet. Die Netzteile sitzen zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten, die DALI-DT8-Controller liegen verteilt an den Zonknoten.

Hinweis zur Verteilerkasten-Montage: Nur die drei 170W-Schaltnetzteile werden zentral auf DIN-Schienen im Verteilerkasten montiert (12 TE gesamt, 4 TE × 3 Geräte, je 70 mm). Die sieben DALI-DT8-Controller sind an den Zonstandorten verteilt — kein Schrankspeicherplatz für Controller erforderlich. Ein Standard-Wohnungsverzweigtkasten nimmt die 3 Netzteile problemlos auf.

FAQ

+ F1: Die Verkabelung ist bereits fertig. Kann ich trotzdem auf DALI umstellen?
Das hängt von der bestehenden Verkabelung ab. Falls Einbaudosen für Spots und Standard-Beleuchtungskabel bereits vorhanden sind, ist ein DALI-Umbau in der Regel möglich — der DALI-Bus braucht nur ein 2-adriges Kabel, das in vorhandene Leerrohre eingezogen werden kann. Zu prüfen: Ist im Verteiler genügend Platz auf der DIN-Schiene für DALI-Controller? Unterstützen bestehende Leuchten DALI-Treiber (oder müssen gegen DALI-kompatible Modelle getauscht werden)? Für Bestandsprojekte empfehlen wir eine Begutachtung vor Ort durch einen qualifizierten Integrator.
+ F2: Reichen 300 m maximale DALI-Buslänge für normale Wohnprojekte?
300 m reichen für die meisten Wohnprojekte klar aus. Ein typisches Einfamilienhaus mit 150-200 m² Nutzfläche liegt meist bei 60-100 m gesamter DALI-Buslänge. Bei großen Villen oder mehrstöckigen Gebäuden mit über 200 m Buslänge ist ein DALI-Repeater in der Busmitte sinnvoll, damit die Kommunikation stabil bleibt.
+ F3: Ist es Verschwendung, einen Controller mit mehr Kanälen zu wählen als aktuell benötigt?
Nein. In diesem Projekt wird jede Zone über einen eigenen TILLUME CCT DALI DT8 Controller gesteuert. Das ist bewusst so geplant: Fällt ein Controller aus, ist nur eine Zone betroffen. Außerdem bleibt Reserve für spätere Erweiterungen, zum Beispiel zusätzliche Leuchten im Wohnzimmer oder Arbeitslicht in der Küche. Bei typischen Controllerpreisen von etwa 20-30 € lohnt es sich selten, diese Reserve wegzusparen.
+ F4: Woher kommen die 20 % Spielraum bei der Netzteilberechnung?
20 % Reserve ist eine bewährte Faustregel. LED-Leuchten ziehen beim Einschalten kurzzeitig deutlich mehr Strom als im normalen Betrieb. Läuft ein Netzteil dauerhaft nahe an seiner Nennleistung, steigen Wärmebelastung und Alterung der Bauteile. Mit Reserve arbeitet das Netzteil ruhiger und bleibt erweiterbar. In diesem Projekt werden deshalb 3 × 170 W Netzteile auf der DIN-Schiene eingesetzt. Bei 422 W Last ergibt das 82,7 % Auslastung, statt eine einzelne große Einheit nahe an der Grenze zu betreiben.
+ F5: Was muss bei der Abnahme zwingend geprüft werden?
Folgende vier Punkte sind Pflicht: ① Jede Leuchte dimmt über den gesamten Bereich 1 %–100 % stufenlos, ohne wahrnehmbare Stufen (besonders im Niedrighelligkeitsbereich 1 %–5 % prüfen); ② DT8-Kanal schaltet die Farbtemperatur über den vollen Bereich (2400 K–6500 K) ohne Farbabweichung; ③ Bei DALI-Bus-Unterbrechung schalten Leuchten automatisch auf die System-Failure-Level-Sicherheitshelligkeit; ④ KNX-Panel-Auslösung (falls vorhanden) aktiviert die korrekte DALI-Szene, mit der eingestellten Fade-Time.

Quellen

# Referenz Quelle Link
[1] IEEE 1789 – PWM-Dimmfrequenz und Gesundheitsrisiko-Standard (schwellenwertfreie Grenze: ≥3 kHz) IEEE Standard standards.ieee.org
[2] DALI-Protokoll IEC 62386 Standard-System DALI Alliance www.dali-alliance.org/handbook

TILLUME Produktdaten (als Messwerte im Beitrag verwendet, nicht als externe Referenz zitiert):

  • PWM-Dimmfrequenz 4 kHz (Nennwert, alle TILLUME DT6/DT8-Controller)
  • System Failure Level konfigurierbar (Produktmerkmal)
  • 170W DIN-Schienen-Netzteil Wirkungsgrad ≥94% (Messwert, SiC/GaN)
  • DT8 Master 8W gemessener Lichtstrom: 2200K = 500 lm, 4000K = 720 lm, 6500K = 800 lm (Integrating Sphere, vgl. doc.tillume.com)

D2-07 DE body | v1.2 | 2026-04-24 | TILLUME

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